Zusammenfassung:

Die folgenden Artikel versuchen Elemente eines eigenständigen und selbsttragenden Entwicklungsweges für Mecklenburg-Vorpommern zu skizzieren. Sie sind in den vergangenen 15 Jahren entstanden und nähern sich - theoretisch wie praktisch - dieser Herausforderung nach den Regeln der chinesischen Logik: „Man muss ein und dasselbe Problem aus verschiedenen Perspektiven betrachten“; eine Logik, die im Übrigen auch dem Wissenschaftsverständnis pluralistischer und weltoffener Gesellschaften entspricht.

Drei fundamentale Erklärungsansätze (die neue Wirtschaftsgeografie, die Entwicklungstheorie und die regionalökonomischen Netzwerkanalyse) kommen zu zwei Erkenntnissen:

I.Geography matters. Die spezifische Lage einer Region auf dem Globus beeinflusst wesentlich die Entwicklungsdynamik dieser Region. Mit der deutschen Wiedervereinigung etwa rückt Mecklenburg-Vorpommern von der Peripherie der Weltwirtschaft in ihr Zentrum. Diese Veränderung eröffnet M-V vorher ungeahnte Entwicklungsperspektiven.

II.History matters. Die Geschichte einer Region prägt auch ihre Gegenwart, nicht nur Ressourcenpotenzial und Wirtschaftsstruktur, sondern auch die ‚mental patterns’ ihrer Bevölkerung, ihre Risikobereitschaft, Initiative und Internationalität. Mecklenburg-Vorpommern zählt zu den strukturschwächsten Gebieten Deutschlands – und damit in der historischen Tradition von Mecklenburg und Pommern steht.

 

Bei allen Unterschieden im Einzelnen haben die Artikel dieses Bandes einige einfache Wahrheiten gemein:

  1. Entwicklungsrückstände von Wirtschaftsräumen sind kein unabänderliches Schicksal.
  2. Entwicklung ist ein langfristiger historischer Prozess, der nicht beliebig abgekürzt und von außen nur begrenzt beeinflusst werden kann.
  3. Entwicklung hängt von Menschen ab, von ihrer Initiative, von ihrem Ideenreichtum, Engagement, ihrer Bildung und Motivation.
  4. Investitionen in Menschen, ihre Bildung und Gesundheit müssen absoluten Vorrang haben, privat wie staatlich. Wissen ist der einzige Produktionsfaktor, der sich durch seine Anwendung vermehrt.
  5. Der Aufstieg von Wirtschaftsräumen wird von Innovationen der ‚Entrepreneure’ vor Ort vorangetrieben.
  6. Nicht Kleinheit von Unternehmen, sondern ihre Einsamkeit ist im weltweiten Wettbewerb ein Konkurrenznachteil. Nur die Schaffung wissensintensiver Netzwerke, Cluster und Milieus in der Region (und über sie hinaus) sichert Wettbewerbsfähigkeit.
  7. Wissens-Cluster und Milieus konzentrieren sich meist in Städten, weniger auf dem Land.
  8. Im Zeichen wachsenden weltweiten Wettbewerbs um kreative Köpfe und unternehmerische Talente ist ein Paradigmenwechsel der Wirtschaftspolitik notwendig.
  9. Die vier K’s (Kultur, Kunst, Kommunikation und Kooperation) – ihre Quantität und insbesondere ihre Qualität – sind im internationalen Talentwettbewerb Erfolgsgaranten und keine zu vernachlässigende Restgröße.
  10. Mehr noch: Drei T’s Toleranz, Talente, Technologien, sind – in dieser Reihenfolge – Motoren wettbewerbsfähiger Wissensökonomien, so der US-amerikanische Forscher Richard Florida.

 

 Cover und Inhaltsverzeichnis:

Erscheinungsjahr:
2013
ISSN:
0947-6016
Kaufpreis:
Gebunden: 25,00 €
PDF: 10,00 €

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